Rechtsanwältin Denise Himburg

Nach dem Urteil des BGH "Sommer unseres Lebens" müssen Anschlussinhaber dafür sorgen, dass ihr Netzwerk nicht von Dritten missbraucht werden kann. Hierzu gehört auch, das WLAN ausreichend gegen ungewollte Zugriffe von außen zu sichern.

Sicherung des WLAN durch sichere Passwörter

Die wichtigste Maßnahme hier ist, den Zugang zum WLAN-Router mit einem wirksamen Passwort zu schützen. Das Passwort muss nach dem Urteil des BGH "Sommer unseres Lebens" ausreichend sicher sein. Sicher ist ein Passwort, wenn es ausreichend lang (bis zu 16 Stellen) und aus einer Kombination von Klein- und Großbuchstaben und Zahlen besteht.

Herstellerseits voreingestellte Passwörter, die bei allen Routern dieser Marke gleich sind, sind nicht sicher. Vergibt der Hersteller dagegen für jedes Gerät ein individuelles Passwort, handelt es sich um ein sicheres Passwort. Dieses ist meist auf der Rückseite des Routers angebracht. Nach der Rechtsprechung muss der Anschlussinhaber einen werkseitig voreingestellten individuellen WPA2-Schlüssel auch nicht ändern. Ferner sind Passwörter wie "1234" oder andere leicht erratende nicht sicher.

Verschlüsselung des Routers

Zudem muss der Router verschlüsselt sein. Nach dem Urteil des BGH "Sommer unseres Lebens" genügt es, wenn eine im Zeitpunkt der erstmaligen Installation des Routers marktübliche Verschlüsselung eingestellt ist. Standard ist mittlerweile die WPA2-Verschlüsselung. Der BGH stellte in seinem Urteil "Sommer unseres Lebens" ausdrücklich klar, dass Privatnutzer ihren Router nur bei der erstmaliger Inbetriebnahme mit den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Sicherheitseinstellungen konfiguieren müssen. Dagegen besteht keine Pflicht, regelmäßig Updates der Router-Software oder Passwortänderungen vorzunehmen. Das wäre für Privatnutzer unzumutbar. Auf einem anderen Blatt steht natürlich, dass regelmäßige Updates und Passwortänderungen vor einen Missbrauch von außen durch Dritte schützen können und daher durchaus empfehlenswert sind.

Genügt der Anschlussinhaber den vorstehend dargelegten Sicherungspflichten nicht, haftet er für über seinen Anschluss begangene Urheberrechtsverletzungen durch Filesharing als Störer. Der Störer haftet jedoch nur auf Unterlassung (muss also eine Unterlassungserklärung abgeben) und muss angemessene Abmahnkosten zahlen. Dagegen muss er keinen Schadensersatz zahlen. Schadensersatz muss nur der Täter zahlen.