Rechtsanwältin Denise Himburg
Das OLG Düsseldorf hat am 09.02.2010 entschieden, dass der Dokumentarfilm "Der entsorgte Vater" nur in einer eingeschränkten Version, nämlich unter Unkenntlichmachung des im Film gezeigten Fotos der Tochter des Regisseurs gezeigt werden darf. Der Film schildert das Schicksal von fünf Vätern, denen der Umgang mit ihren Kindern verwehrt wird - einer von ihnen ist der Regisseur des Filmes selbst.

Der Beklagte, der nicht sorgeberechtigte Vater eines heute 11jährigen Mädchens, hatte im Film zur Veranschaulichung seiner emotionalen Nähe zu seiner Tochter für 2 Sekunden ein acht Jahre altes Foto eingeblendet, das ihn zusammen mit seiner damals 3-jährigen Tochter zeigte.

Dagegen war die alleinsorgeberechtigte Mutter im Namen der gemeinsamen Tochter vorgegangen und beantragte beim LG Düsseldorf den Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Beklagten wegen Unterlassung der Ausstrahlung des Filmes mit dieser Sequenz. Das LG gab der Mutter recht und erließ am 15.07.2009 eine dahingehende Einstweilige Verfügung (Az.: 12 O 245/09), da es an der Einwilligung der Tochter bzw. der Mutter zur Verbreitung des Bildnisses fehle und die Szene daher das Recht der Tochter am eigenen Bild verletze.

Auch das nachfolgend vom Regisseur angerufene Berufungsgericht, das OLG Düsseldorf gab der Mutter recht. Zwar könne sich der Regisseur darauf berufen, dass das Thema des Films von öffentlichem Interesse sei und das Bild auch das Anliegen des Regisseurs zweifellos untermauere, jedoch wiege das Recht des Kindes schwerer; dass das Kind einen anderen Namen als der Regisseur trage und das Foto acht Jahre alt sei, stehe dem nicht entgegen. Die Mutter hatte überdies vorgetragen, dass eine Bekannte das Mädchen nach Ausstrahlung des Filmes auf dem Foto erkannt habe.