Rechtsanwältin Denise Himburg
Generalstaatsanwaltschaft Dresden erhob Anfang dieser Woche Anklage wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzungen beim LG Leipzig gegen mutmaßlichen Betreiber von kino.to

Anfang dieser Woche hat die Generalstaatsanwaltschaft Dresden nunmehr Anklage gegen einen mutmaßlichen Betreiber des Portals kino.to wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzungen beim Landgericht Leipzig erhoben. Die Anklage lautet auf Mittäterschaft an einem illegalen Filehoster-Portal-System, die Anklageschrift umfasst 15.000 Seiten.

Ende April 2011 hatte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) Strafantrag gestellt. Wie in der Presse ausführlich berichtet wurde, kam es Anfang Juni 2011 zu zahlreichen internationalen Durchsuchungsaktionen gegen mutmaßliche kino.to-Verantwortliche, im Rahmen derer Server mehrerer Streamhoster beschlagnahmt und 13 Personen verhaftet wurden.

Auf den Streamhostern sollen laut GVU illegale Kopien von mehr als 30.000 aktueller und älterer Kinofilme sowie von TV-Serien gelegen haben. Für den Nachschub sollen die kino.to-Verantwortlichen Uploader engagiert haben und diese für hochgeladene Filmkopien bezahlt haben.

Nach monatelanger Ermittlungsarbeit eröffnet die Generalstaatsanwaltschaft Dresden jetzt zahlreiche Verfahren gegen die kino.to-Portalseitenveranwortlichen wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzungen.

Das eigentliche Ziel der kino.to-Verantwortlichen dürfte jedoch die Erzielung von Werbe- und Provisionseinnahmen gewesen sein, waren auf der Portalseite bzw. auf den Eingangsseiten der Streamhoster Werbebanner geschaltet, die zu sogenannten "Abzockseiten" führten.