Journalist darf geheime Unterlagen vom Bundessicherheitsrat nicht einsehen
Das Bundesverwaltungsgericht hat am 23.06.2022 bestätigt, dass Journalisten keinen Zugang zu bestimmten militärischen Unterlagen des Bundessicherheitsrates bekommen. Diese seien geheimhaltungsbedürftig und dürften erst 60 Jahre nach ihrer Entstehung genutzt werden. Über die Verpflichtung des Bundeskanzleramtes, den Zugang zu weiteren Dokumenten zu gewähren, muss das OVG Berlin-Brandenburg jedoch erneut verhandeln.
Weiterlesen … Journalist darf geheime Unterlagen vom Bundessicherheitsrat nicht einsehen
LG Ingolstadt: Gender-Gap und Allgemeines Persönlichkeitsrecht
Das Landgericht Ingolstadt hatte zu entscheiden, ob ein Unternehmensleitfaden zu gendersensibler Sprache das allgemeine Persönlichkeitsrecht von Mitarbeitern verletzt. Das Gericht verneinte eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, da der Leitfaden nur eine passive Nutzung vorsah, z.B. durch Zusendung von Dokumenten und E-Mails in gendersensibler Sprache an Mitarbeiter. Ob eine Pflicht zur aktiven Nutzung von gendersensibler Sprache durch Mitarbeiter in dessen allgemeines Persönlichkeitsrecht eingreift, konnte das Gericht offen lassen.
Weiterlesen … LG Ingolstadt: Gender-Gap und Allgemeines Persönlichkeitsrecht
Instagram muss nach Beleidigung Auskunft über Nutzer erteilen
Das OLG Schleswig hatte sich damit zu beschäftigen, ob und welche Nutzerdaten Instagram herausgeben muss, wenn über einen Nutzer-Account strafrechtlich relevante Persönlichkeitsrechtsverletzungen erfolgen. Nach Ansicht des Gerichts muss Instagram (nur) Auskunft über Bestandsdaten wie Namen, die E-Mail-Adresse und Telefonnummer erteilen.
Weiterlesen … Instagram muss nach Beleidigung Auskunft über Nutzer erteilen
Bezeichnung eines Richters als "menschlicher Abschaum" strafbar
Das Bayerische Oberste Landesgericht musste sich in einem Strafverfahren mit den Grenzen der Meinungsäußerungsfreiheit gegenüber Richtern beschäftigen. Konkret ging es darum, ob die Bezeichnung eines Richters als "menschlicher Abschaum" strafbar oder noch der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Das Gericht entschied, dass auch die Meinungsäußerungsfreiheit gegenüber Richtern ihre Grenzen hat. Die Bezeichnung eines Richters als "menschlicher Abschaum" stelle eine Formalbeleidigung dar. In diesem Fall trete die Meinungsfreiheit ohne weitere Gewichtung und Einzelfallabwägung hinter den Ehrenschutz zurück.
Weiterlesen … Bezeichnung eines Richters als "menschlicher Abschaum" strafbar
BGH: Tina Turner Tribute-Show mit Double rechtmäßig
Der BGH hat entschieden, dass Tina Turner nicht gegen die Werbung für eine Tina-Turner "Tribute-Show" vorgehen kann, sofern nicht der unzutreffende Eindruck erweckt wird, dass sie die Show unterstützt oder an ihr mitwirkt. Dies gilt auch dann, wenn ihre weltberühmten Lieder von einer in der Show auftretenden Doppelgängerin nachgesungen werden und für die Tribute Show mit dem Namen Tina Turner geworben wird.
Weiterlesen … BGH: Tina Turner Tribute-Show mit Double rechtmäßig
1.000 EUR Schadensersatz bei Verstoß gegen DSGVO-Auskunft
Das LAG Hamm hat mit Urteil vom 11.05.2021 einen Arbeitgeber verpflichtet, einer gekündigten Arbeitnehmerin Schadensersatz in Höhe von 1.000 EUR wegen unvollständiger DSGVO-Auskunft zu zahlen. Nach Ansicht des LAG Hamm setzt weder der Wortlaut von Art. 82 DSGVO noch der Zweck der DSGVO voraus, dass der Schadensersatzanspruch einen qualifizierten Verstoß gegen die DSGVO voraussetzt. Keine oder eine unvollständige Auskunft nach Art. 15 DSGVO genügt.
Weiterlesen … 1.000 EUR Schadensersatz bei Verstoß gegen DSGVO-Auskunft